Die Ukraine zu Gast in Altenhasungen

Viele Jahrzehnte hieß es „Missionsfest“, dieser Begriff erscheint uns nicht mehr zeitgemäß. So nennen wir unsere Begegnung am ersten Sonntag im Juli „Weltweit-Glauben-Feiern“. Wir erfahren aus anderen Ländern, wie dort Glaube lebendig ist, wie die Menschen miteinander leben und was sie bewegt. In diesem Jahr war Lena Lazebna aus der Ukraine bei uns zu Gast. Sie ist vor dem Krieg in der Ukraine geflohen und wohnt derzeit in Wolfhagen.

Die aus Kiew stammende Deutsch-Professorin gab uns zunächst einen Eindruck vom Krieg in der Ukraine. Sie erzählte von den Schrecken, wie dem täglichen Fliegeralarm und von getöteten, ihr persönlich bekannten Studenten. Die Schuld für das Leid, das ihr Volk durch den Krieg erfahren müsse, liege in ihren Augen nicht allein beim russischen Präsidenten, Putin, sondern auch bei der russischen Bevölkerung, die den russischen Präsidenten in weiten Teilen unterstütze.

Frau Lazebna sprach ihre Dankbarkeit für jegliche Hilfe aus, die ihr Land durch Deutschland erhält. Außerdem sei sie sehr froh über die offenen Arme, mit denen sie hier als Kriegsflüchtling aufgenommen wurde, über die große Hilfsbereitschaft und Unterstützung, über die Freundlichkeit, die ihr und anderen ukrainischen Flüchtlingen entgegengebracht werden.

Dann berichtete Frau Lazebna über die kleinen Unterschiede im Alltag zwischen dem Leben in Deutschland und in der Ukraine, z.B. über die unterschiedlichen Speisen. Dabei erwähnte sie den Borschtsch, eine auch in der Ukraine sehr beliebte Suppe mit roter Beete. Sie wunderte sich, allerdings eher belustigt als irritiert, dass man in Deutschland im Supermarkt Tiefkühltorten statt frischer Torten kaufen könne oder gekochte rote Beete im Glas, was es so in der Ukraine nicht gebe.

Frau Lazebna schrieb dem christlichen Glauben in der Ukraine eine wichtige Rolle zu. Mögen die vielen ukrainischen und auch deutschen Gebete zu einem Ende des Krieges und des dadurch versursachten Leides beitragen!

Schließlich bat Frau Lazebna um Verzeihung für die vielen Umstände, die die ukrainischen Flüchtlinge und der Krieg in der Ukraine den Deutschen macht. Das darauf zu hörende leise Gelächter einiger Zuhörender machte hoffentlich klar, dass allen bewusst ist, dass nicht die Ukrainer um Verzeihung bitten müssen, sondern dass sie die Hauptleidtragenden in diesem Krieg sind, denen man gern helfen will.

Nach dem gut besuchten Gottesdienst waren alle noch eingeladen zu Kaffee und Kuchen, den fleißige Altenhasungerinnen gebacken haben. Bei netten Gesprächen war der Nachmittag schnell vorüber. Danke an alle Kuchenbäckerinnen und Helfer*innen an diesem Nachmittag und an Frau Lazebna für Ihren bereichernden Beitrag!

Dagmar Weinbrenner und Andrea Heinicke-Giehler

Foto: Dorina Binienda-Beer

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